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Mein Umgang mit dem Alltag

"Aber was wichtig ist, ist nach wie vor geduldig und liebevoll mit sich selbst zu sein."

Ich musste mir selbst eingestehen, dass ich jetzt regelmäßig die Tabletten nehmen muss um einer weiteren Episode vorzubeugen. Das war nicht leicht. Ich hatte auch eine Zeit lang Angst die öffentlichen Verkehrsmittel nach der ersten Episode zu nehmen. Alles an in der Stadt hat mich an die erste Episode erinnert und ich habe vieles negativ gesehen. Ich wusste jedoch, ich muss meine Ängste konfrontieren, damit ich mein Leben weiterleben konnte. Die Therapie hat auch sehr gut geholfen.

Aber was wichtig ist, ist nach wie vor geduldig und liebevoll mit sich selbst zu sein. Ein Schritt nach dem anderen. Irgendwann ist die Angst dann weggegangen. Ich habe immer, wenn ich unterwegs bin in einer gesonderten Tasche ein Duftöl dabei und einen Akkupressurring, um mich ins Hier und Jetzt zu holen und mich abzulenken, falls die Angst mal wieder größer werden sollte. Mittlerweile gibt es viele Skills, die man nutzen kann.

Ich mache abends meistens eine Selfcare-Routine, bei der ich mir abends wirklich Zeit für mich nehme. Eine warme Dusche hilft, um zu entspannen. Frühmorgens versuche ich kalt zu duschen, mir Zeit fürs Essen zu nehmen, Tabletten nehmen, also kleine Alltagsroutinen aufbauen. Auch auf die Zeit in den sozialen Medien muss ich aufpassen, dass es nicht überhandnimmt, da es einen enormen Einfluss auf die Psyche hat. Es kommt immer sehr stark darauf an, was man sich anschaut. Ich versuche zu viele Nachrichten zu vermeiden und schaue auch seit Jahren kein Fernsehen mehr, da es mich enorm runterziehen kann – z.B. aktuelle Lage in Israel.