Umgang mit Krisen und Warnsignalen

Der nachfolgende Abschnitt befasst sich mit Möglichkeiten mit den Krisen und Warnsignalen umzugehen.

Während einer psychischen Krise, aber v.a. zur Vermeidung von Krisen, ist es wichtig, dass Betroffene eine vertraute Umgebung haben, in der sie sich sicher fühlen, und Vertrauenspersonen, an die sie sich wenden können, ohne, dass Anforderungen an sie gestellt werden.

Es ist auch wichtig, dass Betroffene und ihre Angehörigen die Warnsignale des Betroffenen kennen, die auf den Beginn einer psychischen Krise deuten, um rechtzeitig dem entgegenzuwirken – z.B. durch Reduktion der Stressoren, durch Anpassung der Medikation bzw. Erweiterung der Psychotherapie, durch Unterstützung im Alltag.

Auch ein guter, „freundlicher“ Umgang der Betroffenen mit sich selbst ist wichtig. Dies bedeutet auch, dass in keiner Phase – d.h. egal ob sie sich gerade in einer Krise befinden oder genesen sind – Vergleiche mit anderen Personen gezogen werden sollten. Betroffene sollten nicht davor zurückschrecken sich beim Behandler, beim Therapeuten oder bei Freunden und Familie Hilfe zu holen. Es kann schon helfen, sich an Vertrauenspersonen zu wenden, um mit diesen über Warnsignale und sich anbahnende Krisen zu sprechen.

Betroffene sollten im Rahmen der Psychotherapie einen Drei-Punkte-Plan für das Auftreten von Warnsignalen erarbeiten – d.h. einen Plan zur Krisenbewältigung bzw. Krisenvorbeugung. Der Plan kann individuell gestaltet werden. Manche reduzieren als erstes ihre Stressfaktoren und wenden sich, wenn dies nicht hilft an ihre Vertrauenspersonen und bei Scheitern dieser Maßnahme an ihren Arzt. Andere Betroffene entwickeln für sich einen komplett anderen Plan.

Um die psychische Stabilität zu sichern, ist wichtig, dass Betroffene auf sich und dabei auch auf eine ausgewogene Ernährung, einen geregelten Tagesablauf, einen guten bzw. ausreichenden Schlaf und körperliche Betätigung achten. Dies reduziert darüber hinaus das Risiko für körperliche Erkrankungen. Es sollte ein ausgewogenes Maß an Pflichtaufgaben und positiven Aktivitäten aber auch Rückzugsmöglichkeiten geben.

Betroffene sollten im Rahmen der Psychotherapie einen Notfallplan für das Auftreten von Warnsignalen erarbeiten. Zur Veranschaulichung lohnt sich hierbei auch ein Stress-O-Meter. Befinden sich Betroffene im grünen Bereich und befolgen Sie weiterhin die Punkte zur Krisenvorbeugung, muss nichts Weiteres unternommen werden. Der gelbe Bereich entspricht bereits einer Art Warnung. Das heißt, Betroffene sollten nun anfangen, Änderungen im Alltag vorzunehmen, um Belastungen zu reduzieren. Spätestens im roten Bereich sollten sie um zusätzliche Unterstützung durch Familie, Freunde oder Behandler bitten.

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Foto von Brian Breeden auf Unsplash

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