Die Behandlung mit Clozapin

Der nachfolgende Abschnitt befasst sich mit dem Antipsychotikum Clozapin.

Die besondere Bedeutung von Clozapin

Clozapin ist das wirksamste Medikament zur Behandlung von Positiv- und Negativsymptomatik.

Clozapin ist anderen Antipsychotika in vielen Bereich überlegen und wirkt auch dann, wenn andere Antipsychotika nicht mehr ausreichend wirken. Im Vergleich zu anderen Antipsychotika führt Clozapin zu einer besseren Reduktion der Gesamtsterblichkeit. Dies schließt auch die Sterblichkeit durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen ein. Das heißt, dass in der Gesamtschau, die Betroffenen trotz möglicher Nebenwirkungen unter Clozapin länger leben. Betroffene, die mit Clozapin behandelt werden, sind seltener im Krankenhaus.

Clozapin senkt im Vergleich nachweislich auch stärker die Gefahr von Suizidversuchen. Das heißt somit, dass Betroffene, die mit Clozapin behandelt werden, viel seltener einen Suizidversuch unternehmen. Aus diesem Grund wird in Deutschland in der S3-Leitlinie Clozapin bei Betroffenen mit anhaltenden Suizidgedanken empfohlen, auch wenn sie noch keine Hinweise auf eine therapieresistente Verlaufsform aufweisen.

Im Vergleich zu anderen Antipsychotika ist Clozapin bei der Behandlung von Positivsymptomatik und Negativsymptomatik deutlich überlegen. Auch die in der Behandlung depressiver Symptomatik ist Clozapin anderen Antipsychotika gegenüber überlegen​. Clozapin reduziert zudem das Risiko für Substanzmissbrauch bzw. das Rückfallrisiko bei einer vorbestehenden Abhängigkeitserkrankung.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass kein anderes Medikament diese Kombination aus positiven Effekten hat – auch nicht eine Kombinationsbehandlung mit unterschiedlichen Medikamenten. Daher gibt es die klare Leitlinien-Empfehlung, dass vor einer Kombination von verschiedenen Antipsychotika zur Behandlung der Psychose eine Monotherapie mit Clozapin versucht werden sollte. Auch wenn dann Clozapin nicht ausreichend wirkt, sollte es nicht abgesetzt werden, sondern mit einem anderen Antipsychotikum oder einer Elektrokonvulsionstherapie ergänzt werden.

Viele Behandler verschreiben Clozapin nur zögerlich, weil sie davon ausgehen, Clozapin sei gefährlich. Unter Beachtung der empfohlenen Überwachung – z.B. regelmäßige Blutkontrollen und Erfragen von Nebenwirkungen, ist Clozapin ein gut verträgliches Medikament, das den Betroffenen ein weitgehend beschwerdefreies Leben ermöglichen kann, auch wenn dies vorher mit anderen Medikamenten nicht möglich war.

Zudem gibt es klare Daten aus Umfragen, die zeigen, dass Betroffene mit Clozapin deutlich zufriedener sind. Einige betonen, dass sie die Anforderungen, die sie unter Clozapin erfüllen müssen – d.h. die o.g. Blutentnahmen – den anhaltenden Beschwerden unter anderen Antipsychotika vorziehen, da sie nun weitgehend beschwerdefrei seien.

Eine frühzeitige Behandlung mit Clozapin nach Feststellung der Therapieresistenz erhöht zudem die Chance, dass die Betroffenen eine weitgehende oder vollständige Besserung ihrer Symptome zeigen können.

Foto von Matthew Waring auf Unsplash

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